Kooperation bei Mobbing

Dieses Angebot umfasst eine Einheit von 90 Minuten (eine Doppelstunde) im Klassenverband und - unter bestimmten Umständen* - 30 Minuten während eines zeitnah stattfindenden Elternabends. Es ist für Schulen im Münchener Osten kostengünstig gegen eine geringe Aufwandsentschädigung in Höhe von 120 Euro buchbar. Im Münchener Umfeld je nach Absprache. Langfristig sollen weitere No!bbing-Coaches bundesweit tätig werden.

* Es ist wenig zielführend, das Thema im Rahmen eines Elternabends anzusprechen. Es wird im Zweifel dazu führen, dass Opfer-Eltern auf Täter-Eltern losgehen und diese sich ihrerseits als Opfer-Eltern zur Wehr setzen. Die übrigen Eltern werden für die eine oder andere Seite Partei ergreifen und die Lage außer Kontrollen geraten. Nur wenn "das Kind schon in den Brunnen gefallen ist", sollte ein konkreter Fall in diesem Format zur Sprache kommen. Es ist gut, wenn ein Lehrer das Gespräch moderiert, ohne dabei selbst in die Schusslinien zu geraten. Das kann gerne ein Externer übernehmen.

Die Klasse

No!bbing arbeitet nach dem Grundkonzept der "Gewaltfreien Kommunikation" (GFK) und nach dem Motto "Schweigen - Reden - Handeln". Wir beginnen mit kleinen Achtsamkeitsübungen, um die Wahrnehmungsfähigkeit der Schüler zu aktivieren - eine wichtige Voraussetzung für Empathie. Anschließend wird über die Rolle der Beteiligten und den beim Mobbing ablaufenden Prozess gesprochen. Abschließend folgen konkrete Handlungsempfehlungen und Übungen.

Auch wenn der Klasse völlig bewusst ist, wem in ihrem Verbund welche Rolle zukommt, werden Schüler niemals direkt als Mobber oder Gemobbte bloßgestellt - und schon gar nicht als Täter und Opfer! Insbesondere bei den praktischen Übungen ist ihre Mitwirkung nur in einer neutralen Rolle zielführend. Die Anwesenheit eines Lehrers oder Schulpsychologen (nicht aber von Eltern!) ist wünschenswert.

Zertifikat und Sticker

Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, den Schülern ein Zertifikat über die Teilnahme und einen Sticker (Ansteckbutton) auszuhändigen. Der Sticker mit dem No!bbing-Logo und dem Namen der Schule wird zum Selbstkostenpreis in Höhe von ca. 50 Cent pro Stück angeboten.

Die Eltern

Kinder und Jugendliche sind in der Regel gut in der Lage, ihre Probleme unter- und miteinander zu lösen. Dieser Lösung kommt der Primat zu, und so ist es auch das Ziel von No!bbing, dass die Schüler es als Gruppe von Peers schaffen. Das ist auch ein hilfreicher Ansatz vieler Lehrer. Auf die segensreichen Konzepte des no-blame-approach oder Kiva Antibullying sei verwiesen (siehe Links).

Manchmal geht es aber eben nicht ohne die Eltern, zumindest nicht in einem ersten Schritt. Dann kann die Priorität ergo auf ihrer Mitwirkung liegen. Eltern können nämlich ein Teil der Lösung sein - oder ein Teil des Problems! Manchmal können Schüler ihr Problem deswegen nicht untereinander klären, weil übermotivierte Eltern im Hintergrund mitmischen. Es gibt Fälle, in denen Kinder einen Konflikt als Stellvertreter ihrer Eltern ausfechten, und der Schulhof als Austragungsort für etwas dient, das dort gar nicht hingehört.

Was für die Schüler gilt, nämlich: keine Stigmatisierung!, gilt auch für die Arbeit mit den Eltern. "Täter-Eltern" / "Eltern-Täter" einerseits und "Opfer-Eltern" / "Eltern-Opfer" andererseits bilden eine hochemotionale Gruppe, deren Konflikte ohne Mediation schnell eskalieren. Ihnen soll in deeskalierender Weise und im Rahmen eines Elternabends (siehe oben!) dargelegt werden, was in der Klasse abläuft und wie man dem Problem begegnen will. Letztlich sollen die Eltern informiert und motiviert werden, um die Schüler positiv bei der Problemlösung zu begleiten.