Checkliste und Erste Hilfe bei Mobbing

Mobbing erkennen

  • Kind zieht sich zurück, wirkt vereinsamt und/oder verängstigt
  • Unerklärliche und/oder plötzliche Verhaltensänderungen, Schlafstörungen
  • Häufiges morgendliches Klagen über Unwohlsein, Bauchweh, Kopfschmerzen
  • Häufiges Weinen, depressive Verstimmungen, Antriebs- und Lustlosigkeit
  • Kind hat kein Interesse Freunde zu treffen
  • Leistungen in der Schule fallen (plötzlich) ab
  • Kind erzählt nicht/kaum von der Schule, verweigert die Schule
  • Kind verbirgt blaue Flecken o.ä.

Handeln

  • Ruhe bewahren und ausstrahlen
  • Viel fragen und aufmerksam zuhören (statt auf das Kind einzureden)
  • Smatphone (Chats, Gruppen etc.) checken
  • Volles und ehrliches Verständnis zeigen ("Das muss echt schlimm für dich sein")
  • Uneingeschränkte, liebevolle Annahme des Kindes ("Du bist perfekt so wie du bist")
  • (Selbst-) Vertrauen aufbauen oder stärken ("Du bist nicht allein damit")
  • Rücken mit Wir-Botschaften stärken ("Wir stehen das zusammen durch")
  • Kontakt zu Lehrer(n) aufnehmen (größte Vorsicht mit Emotionen!)
  • Verbündete (Mitschüler, Eltern, Beirat) identifizieren und als Rückhalt aktivieren
  • Sofort Coaching oder Therapie in Anspruch nehmen (siehe auch "Links")

Bitte nicht!

  • Dem betroffenen Kind die Schuld geben ("Sei halt nicht so")
  • Mit "guten Ratschlägen" Druck auf das Kind ausüben ("Du schaffst das schon")
  • Auf das Kind einreden (es hört vielleicht zu aber versteht unter Stress nichts)
  • Das Problem verdrängen oder kleinreden ("Die meinen das nicht so - halb so wild")
  • Den/die Mobber direkt ansprechen (TABU !!!)
  • Eltern des/der Mobber/s direkt ansprechen (nur in besonderen Fällen anzuraten)
  • Dem Kind die eigene Wut, Angst, Rat- und Hilflosigkeit zeigen
  • Über-emotional, vorwurfsvoll auf Schule und Lehrer zugehen ("Sie müssen sofort ...")
  • Schule wechseln (wenn überhaupt, nur als letztes Mittel geeignet)
  • Gleich Polizei, Schulamt, Rechtsanwalt einschalten (nur bei grober körperlicher Gewalt)
  • Dem Kind raten sich zu verteidigen oder zurückzuschlagen (können die anderen besser)

Exkurs: Schulverweigerung

  • Auch bei Mobbing besteht uneingeschränkte Schulpflicht. Die Schule muss und wird ohne Rücksicht auf die Situation des betroffenen Kindes darauf bestehen.
  • Konflikt zwischen Eltern und Schule unbedingt vermeiden! Eine Eskalation geht immer zu Ihren Lasten und wird auf dem Rücken des Kindes ausgetragen.
  • WENN alle Maßnahmen versagen UND grobe körperliche Gewalt/Erpressung o.ä. im Spiel sind (und erst und nur dann!), sollte das Kind als akute Nothilfe einem Arzt zur Krankschreibung vorgestellt werden - das ist aber keine Dauerlösung.