Ihr Kind wurde Zeuge von Mobbing?

Vielleicht ist Ihnen zunächst nicht ganz transparent, wer da wen wie angeht, und schnell hat ein Schüler seinen Ruf weg. Die Gerüchteküche unter besorgten und nicht selten über-engagierten Eltern kann schnell Blüten treiben. Wenn dazu noch der familiäre Hintergrund eines auffälligen Kindes Anlass zu allerlei Spekulationen gibt, kann es zu Situationen kommen, unter denen Kinder besonders leiden, weil sie ihre Themen nicht mehr untereinander klären können.

Der Alphafehler ist, das schwere Leiden eines (eigenen oder fremden) Kindes zu übersehen, der Betafehler ist, noch angemessene Rangeleien zu pathologisieren und (s)ein Kind übermäßig behüten zu wollen.

Lassen Sie sich nicht instrumentalisieren!

Seien Sie lieber Vermittler! Machen Sie sich ein eigenes, unabhängiges und vor allem ungefärbtes Bild. Sympathie für oder Antipathie gegen bestimmte Eltern sind selten gute Ratgeber - und schaden möglicherweise allen beteiligten Kindern, da sie nicht lernen, wie eine Gruppe Probleme gewaltfrei und ohne Ausgrenzung lösen kann.

Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Lösung eines Problems, das ohne Ihre Hilfe nur weiteres Leiden schafft! 

Was tun?

Klären Sie Ihr Kind über Mobbing und seine Folgen auf. Leiten Sie Ihr Kind an, sich mit anderen zusammenzutun, um dem Gemobbten beizustehen - ohne den Mobber seinerseits auszugrenzen. Lehren Sie Ihr Kind, dass auch schwere Konflikte lösbar sind, ohne Verlierer zurückzulassen und neue zu produzieren.

Nichts tun macht schuldig

Das gilt eben auch für vermeintlich unbeteiligte Eltern. Da ihre Kinder aber immer (ggf. mittelbar) beteiligt sind, und sei es nur durch Wegschauen, sind sie eben nur vermeintlich unbeteiligt, in Wirklichkeit aber sehr wohl beteiligt. Denn Sie haben es in der Hand einzuschreiten. Sie sind nicht unmittelbar betroffen und damit am besten in der Lage, besonnen zu bleiben.

Reden Sie mit dem Lehrer. Vielleicht weiß er nichts von dem Problem - oder glaubt den emotional übererregten Eltern des betroffenen Kindes nicht. Sprechen Sie, wenn Sie einen guten Draht zu den Eltern des Mobbers haben, direkt mir ihnen - und vermeiden Sie dabei um Himmels Willen jede Schuldzuweisung.

Niemand, außer dem Lehrer, ist so gut in der Lage, die Situation zu verbessern, wie Sie!